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	<title>Stoffe Archive - Olaf Winkler</title>
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	<description>Spiel- und Dokumentarfilme</description>
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		<title>‚Franziska Linkerhand‘: Figurenskizzen (3) – Eine Frau zwischen drei Männern und dem Sozialismus</title>
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		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 27 Oct 2014 17:55:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Figuren entwickeln]]></category>
		<category><![CDATA[Stoffe]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Neustadt (Hoyerswerda): In diesem Dreieck sehr unterschiedlicher Männer &#8211; Schafheutlin, Trojanowicz (&#8218;Ben&#8216;), Jazwauck &#8211; und in einer ruppigen, sozialen Realität, die eine neue sein will, bewegt sich Franziska. Einen vierten Mann verschweigen wir, über dessen Skizze Brigitte Reimann gestorben ist. Und auch die farbig-schrillen Nebenfiguren, angeschwemmte Wanderarbeiter-Innen aus der Republik, die hier Fuß fassen oder nicht, [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Neustadt (Hoyerswerda): In diesem Dreieck<em> </em>sehr unterschiedlicher Männer &#8211; Schafheutlin, Trojanowicz (&#8218;Ben&#8216;), Jazwauck &#8211; und in einer ruppigen, sozialen Realität, die eine neue sein will, bewegt sich Franziska. Einen vierten Mann verschweigen wir, über dessen Skizze Brigitte Reimann gestorben ist. Und auch die farbig-schrillen Nebenfiguren, angeschwemmte Wanderarbeiter-Innen aus der Republik, die hier Fuß fassen oder nicht, müssen zunächst unerwähnt bleiben. Und auch die Männer verschweigen wir, <em>bevor</em> sie nach Neustadt kommt.</p>
<p>Hinsichtlich der Liebe bewegt die Story eines: Wohin mit der (erotischen) Energie angesichts von Verhältnissen, die labile, schwer abgerungene Lebensentwürfe erzeugen. Eins, zwei, drei – an welchen Mann soll sich Franziska enger koppeln, um sich zu verschwenden an die Liebe, an die Sehnsucht nach tieferer Begegnung. Was darf sie erhoffen? Was ist der Mensch? Wie wahrt man seinen hohen Anspruch an Lebensintensität, dieses eine Leben <em>wirklich</em> zu leben.</p>
<p>Im Konflikt mit ihrem Chef Schafheutlin heißt es für Franziska: Entweder Heldentod am Schreibtisch oder Fortgehen. Doch wohin? Und dann? In Jazwauck, den sie um den Finger wickelt, erhofft Franziska einen Unterstützer. Für das ungebaute Stadtzentrum kämpfen, für andere Begegnungen der Stadtbürger als an der Bushaltestelle und in der Spelunke. Soviel wie möglich davon zu retten versuchen. Beschlüsse missachten, Mittel an wichtigeren Stellen verbrauchen als an den geplanten. Weniger Temperament und mehr Taktik. Partisanentaktik. Fakten schaffen und sich rüffeln lassen. Fehlerdiskussion und  Selbstkritik mit gekreuzten Fingern. Die Waffe der naiven Verstellung.</p>
<p>Doch die Stadtverdichtung mit noch mehr Wohnungen kommt gnadenlos, der Bau des projektierten Stadtzentrums wird um zehn Jahre verschoben. Franziska schlüpft wütend hinter ihrer Tarnung hervor, kämpft wie eine Löwin. Schafheutlin bleibt steinern und verweist auf Beschlüsse und ‚ökonomische Notwendigkeiten‘. Franziska, eine Figur zerrissen zwischen Vision und Illusion.</p>
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		<title>‚Franziska Linkerhand‘: Figurenskizzen (2) &#8211; Jazwauck und Trojanowicz („Ben“)</title>
		<link>https://olafwinkler.info/franziska-linkerhand-figurenskizzen-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 Oct 2014 17:54:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Figuren entwickeln]]></category>
		<category><![CDATA[Stoffe]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Weiter ein paar Bemerkungen zum Personal der Story, bevor wir uns in die eigentlichen Schwierigkeiten stürzen wollen: Jazwauck (32), wie Franziska, degradiertes Bodenpersonal. Dienst nach Vorschrift. Mühelose Affären mit Frauen, allenfalls Koordinationsprobleme, alles Brisante meidend. Ohne seelische Unkosten, der naschhafte Bengel, dem man nichts übel nimmt. Der Frauen sammelt wie auf Stecknadeln gespießte Schmetterlinge. Die neue [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://olafwinkler.info/franziska-linkerhand-figurenskizzen-2/">‚Franziska Linkerhand‘: Figurenskizzen (2) &#8211; Jazwauck und Trojanowicz („Ben“)</a> erschien zuerst auf <a href="https://olafwinkler.info">Olaf Winkler</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Weiter ein paar Bemerkungen zum Personal der Story, bevor wir uns in die eigentlichen Schwierigkeiten stürzen wollen:</p>
<p><em>Jazwauck</em> (32), wie Franziska, degradiertes Bodenpersonal. Dienst nach Vorschrift. Mühelose Affären mit Frauen, allenfalls Koordinationsprobleme, alles Brisante meidend. Ohne seelische Unkosten, der naschhafte Bengel, dem man nichts übel nimmt. Der Frauen sammelt wie auf Stecknadeln gespießte Schmetterlinge. Die neue Gleichberechtigung der Frau hat ihren Preis. Ein Mann bittet zur Kasse. In Nebenjobs baut er die Häuser von Privatiers und häuft Wohlstand an, fährt einen Coupé, die annehmlichen Seiten. Kein Seelenkäse, sondern Sekt und Oliven. Die NÖS-Zeit in der DDR. Kommt der Kapitalismus durch die Hintertür zurück? Die allerletzte historische Chance vor Prag 1968, wissen wir heute. In Wirklichkeit habe ich niemals Illusionen gehabt, hört Franziska von Jazwauck. Ich bin nicht ehrgeizig. Ein Bündnis, Freundschaft ohne Sex. Harry und Sally in Hoywoy. Auch hier sprühen die Funken. Sie leuchten länger am Himmel scheint Franziska manchmal.</p>
<p><em>Trojanowicz</em> („Ben“) (35), der Mann aus dem Knast von Bautzen, ein Politischer. Kipperfahrer mit Schlips und weißem Hemd, um nicht ganz in der selbst verordneten Produktionsbewährung zu versumpfen, angeekelt von den Vertretern der „neuen Intelligenz“, der er selbst angehört. Wenn er nicht arbeitet, ist er verschanzt hinter Zeitschriften und Büchern. Zynische Distanz zu allem und allen. Ein Wolf mit zerschlagener Nase. Berührt von Franziskas Lebendigkeit und ihrer Verbundenheit mit den einfachen Leuten, ihrer Zähigkeit. Zugleich bleibt er unverbindlich. „Mit Ihnen habe ich nie das Gefühl, dass etwas beginnt“, sagt Franziska. Projektionsfläche: „Ben“, der umgedichtete Trojanowicz, den es nicht gibt. Düster, schwer, unberechenbar. Wie viel Geheimnis birgt er wirklich? Und wenn es sich enthüllt… Engstirnige Zeiten erzeugen keine romantischen Heldengestalten.</p>
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		<title>‚Franziska Linkerhand‘: Figurenskizzen (1) &#8211; Schafheutlin</title>
		<link>https://olafwinkler.info/franziska-linkerhand-figurenskizzen-1/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 19 Oct 2014 17:52:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Figuren entwickeln]]></category>
		<category><![CDATA[Stoffe]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die frischgebackene Architektin Franziska Linkerhand (27) kommt nach Neustadt (Hoyerswerda), auf der Hochschule veredelt: Ein Architekt entwirft nicht nur Häuser, sondern Beziehungen, die Kontakte ihrer Bewohner, eine gesellschaftliche Ordnung. Sie ist voller Tatkraft und Idealismus. Der Stadtarchitekt, Schafheutlin (48), ein kleiner, wuchtiger „Kampfpanzer“, drückt Vorort die Beschlüsse der Zentrale durch. Die Stadt eine riesige Baustelle, Schmelztiegel von Wanderarbeitern aus [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://olafwinkler.info/franziska-linkerhand-figurenskizzen-1/">‚Franziska Linkerhand‘: Figurenskizzen (1) &#8211; Schafheutlin</a> erschien zuerst auf <a href="https://olafwinkler.info">Olaf Winkler</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Die frischgebackene Architektin <em>Franziska Linkerhand</em> (27) kommt nach Neustadt (Hoyerswerda), auf der Hochschule veredelt: Ein Architekt entwirft nicht nur Häuser, sondern Beziehungen, die Kontakte ihrer Bewohner, eine gesellschaftliche Ordnung. Sie ist voller Tatkraft und Idealismus.</p>
<p>Der Stadtarchitekt, <em>Schafheutlin</em> (48), ein kleiner, wuchtiger „Kampfpanzer“, drückt Vorort die Beschlüsse der Zentrale durch. Die Stadt eine riesige Baustelle, Schmelztiegel von Wanderarbeitern aus der ganzen Republik. Schafheutlin stutzt die begeisterte Franziska auf die „Realität“ zurück. Neustadt ist kein Experimentierfeld, sondern eine Häuserfabrik. An die Stelle des Architekten ist der Ingenieur getreten, der Funktionär der Bauindustrie. Basta! Die Bankrotterklärung der Architektur, wettert Franziska. Absturz mit geknickten Flügeln. Die beiden ecken an und mögen sich doch in ihrer Kompromisslosigkeit, Funken sprühen. Wozu die Arbeitsbürger aufhäufen auf betonierter Wiese – ohne Raum für Begegnung und Kultur („Kontaktzonen“) jenseits der schlotigen Schufterei in Schwarze Pumpe und ihren Außenstellen. Mord an der Stadt! Wöchentlich zwei Suizide, Suff. Halbstarke, Kinderbanden. Gewalttätige Lebenslust. So viel Sand und keine Förmchen. Lust, die sich strahlenförmig Schneisen schlägt. Schafheutlin argumentiert mit der „neuen Gesellschaft“, die man aufzubauen trachtet, wie mit einem Knüppel und hält Franziska eng an der Leine. Ein verheirateter Mann, kraftvoll und irritiert, von Franziska aus seiner Wochenendschürze gestoßen…</p>
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		<title>‚Franziska Linkerhand‘: innere und äußere Schlachtfelder</title>
		<link>https://olafwinkler.info/franziska-linkerhand-innere-und-aeussere-schlachtfelder/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Oct 2014 17:46:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Stoffe]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es mutete wie ein wahnwitziger Plan an – Kollege Dirk Lienig aus Hoyerswerda und ich, wir wollten uns an den monströsen Schinken von Brigitte Reimann wagen. (Ein Schreibfragment von 10 Jahren Arbeit, sie starb 39-jährig darüber im Februar 1973.) Ein Buch das mich umgehauen hat: a) die DDR ist wieder in mein Leben zurückgekehrt – [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://olafwinkler.info/franziska-linkerhand-innere-und-aeussere-schlachtfelder/">‚Franziska Linkerhand‘: innere und äußere Schlachtfelder</a> erschien zuerst auf <a href="https://olafwinkler.info">Olaf Winkler</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Es mutete wie ein wahnwitziger Plan an – Kollege Dirk Lienig aus Hoyerswerda und ich, wir wollten uns an den monströsen Schinken von Brigitte Reimann wagen. (Ein Schreibfragment von 10 Jahren Arbeit, sie starb 39-jährig darüber im Februar 1973.) Ein Buch das mich umgehauen hat: a) die DDR ist wieder in mein Leben zurückgekehrt – dieser zerstörerische Aufprall von gefräßiger Liebe und sozialer Desillusion (was passiert mir denn gerade anderes?); b) ein umwerfender Reigen von Porträtskizzen; c) eine selten so erlebte, sprachliche Wucht von Ausbruch und Beschreibung; d) eine erzähltechnische Brillanz (was v.a. die perspektivischen Sprungkräfte betrifft). Usw. usf.</p>
<p>Ein Buch voller Schlachtfelder. Die Reimann, ein weiblicher Kleist. – Nun ja.</p>
<p>Kommen wir wieder auf unseren schlichten Plan zu sprechen: Dirk hatte einen sehr schönen Story-Einfall, den ich mir ins Ironische zu modifizieren erlaubte. Und nun kombinieren wir unsere rastlose Projektmacherei und das alles mit dem durstigen <a href="http://www.kufa-hoyerswerda.de/projekt-tanztheater-ii-hat-begonnen.html">Tänzer-Rudel</a> der Kulturfabrik aus Hoyerswerda – und wollen ein Spielfilm-Musical nach Kernmotiven der ‚Linkerhand‘ versuchen. Ich habe keine Ahnung, wie viel Überforderung da auf uns zukommt (den Schwanz kann man ja immer noch einklemmen)…</p>
<p>Das es nicht leicht werden würde, war klar. Die DEFA-Stiftung stimmte unserem Förder-Antrag für das Projekt nicht zu. Die Mittel, die sie verteilen kann, sind drastisch geschrumpft. Wir trösten uns damit, dass es vielleicht daran gelegen haben könnte und wir nicht dabei erwischt wurden, tote Hunde zu wecken.)</p>
<p>„Sein heißt in der Klemme sein“, schrieb <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Emil_Cioran">Cioran</a> mal, und damit hätten wir einen wichtigen Charakterstrich für unsere Figur (‚Franziska Linkerhand‘) gezogen, die uns hier eigentlich interessiert. Machen wir also Anleihen bei anderen, um die Figur zu verstehen, der wir auf die Spur kommen wollen (und fügen noch einen kratzigen Strich mit dem geliehenen Stift vom bitteren Rumänen hinzu):</p>
<p>„Der Wille hat niemals jemandem genützt: was man an Fraglichstem hervorbrachte, ist das, worauf man am meisten Wert gelegt und wofür man sich die meisten Entbehrungen auferlegt hat.“ So könnte man das auch benennen, wozwischen unsere Figur festhängt: Zwischen ihrem Willen und ihrem Fraglichsten.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://olafwinkler.info/franziska-linkerhand-innere-und-aeussere-schlachtfelder/">‚Franziska Linkerhand‘: innere und äußere Schlachtfelder</a> erschien zuerst auf <a href="https://olafwinkler.info">Olaf Winkler</a>.</p>
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		<title>Der Mythos vom Volkseigentum</title>
		<link>https://olafwinkler.info/der-mythos-vom-volkseigentum/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 Mar 2012 16:00:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Stoffe]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 3. Dezember 1965 erschießt sich der stellvertretende Ministerpräsident und Vorsitzende der Staatlichen Plankommission der DDR – Erich Apel (48) mit seiner Dienstpistole. Apel hatte mit einer Gruppe von Wirtschaftsspezialisten das „Neue Ökonomische System der Leitung und Planung“ (NÖSPL) entwickelt und teilweise eingeführt, angelehnt an die „Neue Ökonomische Politik“ – NÖP/NEP des schon todkranken Lenin. Geplant waren: Flache [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://olafwinkler.info/der-mythos-vom-volkseigentum/">Der Mythos vom Volkseigentum</a> erschien zuerst auf <a href="https://olafwinkler.info">Olaf Winkler</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Am 3. Dezember 1965 erschießt sich der stellvertretende Ministerpräsident und Vorsitzende der Staatlichen Plankommission der DDR – <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Erich_Apel">Erich Apel (48)</a> mit seiner Dienstpistole.</p>
<p>Apel hatte mit einer Gruppe von Wirtschaftsspezialisten das <a href="http://leibnizsozietaet.de/wp-content/uploads/2012/10/06-Koziolek.pdf">„Neue Ökonomische System der Leitung und Planung“ (NÖSPL)</a> entwickelt und teilweise eingeführt, angelehnt an die „Neue Ökonomische Politik“ – NÖP/NEP des schon todkranken Lenin. Geplant waren: Flache Planungshierarchien. Selbständige Betriebe mit eigenen Fonds. Eine allgemeine Gewinn-Abgabenrate an den Staat (etwa 7%). Mitbestimmung der Werktätigen an der Produktions-Investition, -Planung und -Gestaltung ihrer Betriebe. Gewinnteilhabe. Die Staats-Zentrale sollte nur noch für gesamtgesellschaftliche Struktur-Bobachtung und Korrekturbewegungen zuständig sein.</p>
<p>Die Gruppe von Apel war, so scheint’s im Nachhinein der einzige ernstzunehmende Versuch in der DDR, eine Wirtschaftspolitik zu installieren, die die arbeitstätige Bevölkerung zu „wirklichen Eigentümern ihrer Produktionsmittel“ machen wollte. Der Versuch, Wirtschaftsdemokratie und &#8222;tatsächliches&#8220; Volkseigentum einzuführen.</p>
<p>Gewiss, die Reformen scheiterten schon bei der Einführung – an ideologischen Vorbehalten („Rückkehr zum Kapitalismus“) und SED-internen Ängsten vor Machtverlust. Und schließlich auch am Widerstand der Sowjetunion. Mit Breschnew hatten zentralistische Hardliner und Parteifürsten nach der kurzen Tauwetterperiode von Chrustschow wieder die Macht übernommen. Kurz vor dem berüchtigten <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/11._Plenum_des_ZK_der_SED">11. Plenum der SED</a> (16. bis 18.12.1965) zieht der scheiternde Apel diese Art von Konsequenz.</p>
<p>Ein anderes Mitglied der Apel-Gruppe geht einen angepassten Weg: Der junge <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%BCnter_Mittag">Günter Mittag</a>, später Verwalter der „schleichenden Insolvenz“ der DDR. In einem <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13491339.html">Spiegel-Interview 1991</a> bekennt er, dass die DDR mit der Niederlage der Apel-Gruppe ökonomisch gescheitert war. Doch er selbst spielte das verlorene Spiel noch 25 Jahre mit, weil er seinen errungenen, hohen Posten wohl nicht aufgegeben wollte. Lebenszeit genießen, in einem historischen Prozess, den er sowieso nicht ändern konnte.</p>
<p>Mit Apels Selbstmord 1965 war die DDR und die Vision vom „wirklichen Volkseigentum“ jenseits von Staatszentralismus und Ein-Parteien-Herrschaft historisch gesehen schon gestorben. Der „Prager Frühling“ 1968 nur noch ein trauriges Nachspiel. Die Karten für den Untergang des Alternativ-Versuches „Sozialismus“ waren gelegt, eben weil die Frage des „wirklichen Volkseigentums“ ungeklärt blieb. Es brauchte noch 24 Jahre bis das System endgültig zerbrach.</p>
<p>Doch nun zur eigentlichen Frage: Wie steht es heute mit der Vision vom „wirklichen Volkseigentum“? Ist sie tatsächlich ein Irrtum der Geschichte? Oder war der Staatsozialismus des 20. Jahrhunderts nur ein gewaltsam-verirrter <em>Formversuch</em>, es herzustellen? Sind wir dem „wirklichen Volkseigentum“ vielleicht viel näher als wir glauben? Schließen sich „Volkseigentum“ und „soziale Marktwirtschaft“ wirklich aus? Oder hat sich das „Volkseigentum“ möglicherweise schon längst schleichend eingenistet – in vielfältigsten Formen und Benennungen – und bewegt sich zaghaft, aber unaufhörlich auf einen qualitativen Sprung zu? Und was meint „wirkliches Volkseigentum“ eigentlich? Und was meint es, irrtümlich angenommen, eben nicht?</p>
<p>Flüstert uns die Vergangenheit hier Zeichen und Signale ins taube Ohr, die ein anderes Gesellschaftsprojekt erkennbar machen könnten – als das gegenwärtig herrschende („neoliberale“) Projekt, das sich – nunmehr reformiert – politisch erneut durchgesetzt hat?</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://olafwinkler.info/der-mythos-vom-volkseigentum/">Der Mythos vom Volkseigentum</a> erschien zuerst auf <a href="https://olafwinkler.info">Olaf Winkler</a>.</p>
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