‚Franziska Linkerhand‘ – innere und äußere Schlachtfelder

28.10.2012  |  Thema »Allgemein

Es mutet mir wie ein wahnwitziger Plan an – Kollege Dirk Lienig aus Hoyerswerda und ich, wir wollen uns an den monströsen Schinken von Brigitte Reimann wagen. (Ein Schreibfragment von 10 Jahren Arbeit, sie starb 39-jährig darüber im Februar 1973.) Ein Buch das mich umgehauen hat: a) die DDR ist wieder in mein Leben zurückgekehrt – dieser zerstörerische Aufprall von gefräßiger Liebe und sozialer Desillusion (was passiert mir denn gerade anderes?); b) ein umwerfender Reigen von Porträtskizzen; c) eine selten so erlebte, sprachliche Wucht von Ausbruch und Beschreibung; d) eine erzähltechnische Brillanz (was v.a. die perspektivischen Sprungkräfte betrifft). Usw. usf. Ein Buch voller Schlachtfelder. Die Reimann, ein weiblicher Kleist. – Nun ja. Kommen wir wieder auf unseren schlichten Plan zu sprechen: Dirk hatte einen sehr schönen Story-Einfall (der hier noch nicht verraten wird), den ich mir ins Ironische zu modifizieren erlaubte. Und nun kombinieren wir unsere rastlose Projektmacherei und das alles mit dem durstigen Tänzer-Rudel der Kulturfabrik aus Hoyerswerda – und wollen ein Spielfilm-Musical nach Kernmotiven der ‚Linkerhand‘ versuchen. Ich habe keine Ahnung, wie viel Überforderung da auf uns zukommt (den Schwanz kann man ja immer noch einklemmen)…


Von Franz Josef Strauß belehrt

28.10.2012  |  Thema »Zettelkiste

Bei Spiegelonline kürzlich – im Zuge eines CSU-Artikels – über diesen mausetoten Haudegen gestolpert. Mit Heidenspaß Bonmots von ihm gespeist, die beim zweiten Verdauen (die Kuh soll sogar vier Mägen haben; arbeitsteiliges Verdauen also!), die also beim zweiten Verdauen – ganz gut die letzte, eigne Filmarbeit beschreiben („Der große Irrtum“). Drei grimmige Beispiele vom Franzl nun:  1) „Der einzige Unterschied zwischen Gott und den Historikern besteht darin, dass Gott die Vergangenheit nicht ändern kann, wohl aber können das die Historiker.“ Das trifft wohl recht gut auf Dokfilmer zu – sie haben die Illusion die Realität zu dokumentieren – aber sie dokumentieren vermutlich nur das eigne ‚Umschreiben‘ von Realität – in unserem Fall sogar wie ein Bündel Münchhausen. Weiter: 2) „Ein Schwanz, der gleichzeitig mit zwei Hunden wedelt.“ (Er – meinte die FDP im Jahre 1977.) Unkommentiert. Stattdessen gleich: 3) „Demokratischer Kommunismus ist das gleiche begriffliche Monstrum wie geröstete Schneebälle.“ Ein Schadenfreude befiel mich, mit diesen Wortknüppeln die eignen Grundwerte zu malträtieren. – Wer einen grundlos-interessenloseren Gebrauch seiner Bonmots wünscht (oder auch nicht): Klicke hier!


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