Die (ironische) Pflicht des Poeten

15.02.2013  |  Thema »Zettelkiste

Eine hübsche Anmerkung von Gottfried Keller in einem Brief an Berthold Auerbach vom 25 Juni 1861: „… Pflicht des Poeten, nicht nur das Vergangene zu verklären, sondern das Gegenwärtige, die Keime der Zukunft so weit verstärken und zu verschönern, dass die Leute noch glauben können, ja so seien sie, und so geht es zu! Tut man dies mit einiger wohlwollender Ironie, die dem Zeuge das falsche Pathos nimmt, so glaube ich, dass das Volk, was es sich als gutmütig einbildet zu sein, und der innerlichen Anlage nach auch schon ist, zuletzt in der Tat und auch äußerlich wird.“

(Gefunden in Bernhard Schlinks „Vergewisserungen – Über Politik, Recht, Schreiben und Glauben“. Nebenher – ein empfehlenswertes Buch!)


Robin Hood Index: Weniger Reichtum mehr genießen

15.02.2013  |  Thema »Kapital Studien

Der „Robin Hood Index“ ist eine Form des sog. „Ungleichverteilungsmaßes“, worin mathematisch der monetäre Abstand zwischen „Arm“ und „Reich“ gemessen wird. Der Kabarettist Georg Schramm kommentiert die Brisanz des Index’ so: „Wenn sich die Kluft zwischen Reich und Arm beliebig vergrößert, dann haben die Reichen weniger Genuss an ihrem Reichtum. Und wenn diese Kluft nicht zu groß ist, dann genießen die weniger Reichtum viel mehr. Weil dann die Spannungen innerhalb der Bevölkerung nicht so groß sind. Also, man könnt’s jetzt auf Deutsch sagen: Dann kriegen sie keine auf’s Maul auf der Straße, ihre Autos werden nicht abgefackelt, sie müssen nicht soviel Geld ausgeben für Sicherheitsdienste und keinen Elektrozaun drum rum ziehen. Das wäre jetzt die drastische Konsequenz.“

(Siehe: Georg Schramm auf dem youtube-Video, etwa Minute 2:28)


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